Modul 13 – Wurzeln & Aufarbeitung: Geschichte, Ethik & Dekolonialisierung des Yoga
11. – 19. Dezember 2027 & 15. – 23. Januar 2028
Sa. 11:00 – 18:00 & So. 9:00 – 15:00
Woher Yoga abstammt und was wir ihm verdanken
Dieses 50-stündige Modul zeichnet die Überlieferungslinie des Yoga von den vedischen Sehern bis hin zu den Yoga-Studios weltweit nach und fordert die Lehrenden dazu auf, sich ehrlich mit dem auseinanderzusetzen, was diese Überlieferungslinie mit sich bringt – ihre Philosophie, ihre Ethik, ihre Brüche und ihre aktuelle politische Dimension. Die Teilnehmenden bewegen sich chronologisch durch die vedische, klassische, mittelalterliche/tantrische, koloniale und moderne Epoche und wenden sich dann der Gegenwart zu: Was bedeutet es heute, Yoga mit Integrität zu unterrichten – in einem westlichen Studio, in einem Körper und einer Kultur, die nicht aus dieser Tradition stammen?
Das Modul wendet sich bewusst gegen zwei häufige Fehlerquellen im YTT-Geschichtsunterricht: (1) eine vereinfachte Erzählung von „alter Weisheit“, die Brüche, koloniale Traumata und Neuerfindungen ausblendet; und (2) eine rein akademische Geschichtsdarstellung, die niemals in der tatsächlichen Praxis der/des Lehrenden – sei es bei der Preisgestaltung, im Marketing oder im Unterrichtsverhalten – zum Tragen kommt. Jede historische Unterrichtseinheit endet mit einer Reflexion unter dem Motto „Und was mache ich damit am Montagmorgen?“.
Dieses Modul wird im Rahmen von Gruppendiskussionen durchgeführt, jeweils im Anschluss an einen kurzen Vortrag zu jedem Thema. Es erwarten dich echte Gespräche, Meinungsverschiedenheiten und gemeinsame Reflexionen – hier geht es darum, Geschichte und Ethik gemeinsam zu erarbeiten, statt sie im Frontalunterricht zu vermitteln. Das Modul ist als eigenständiger Baustein innerhalb des 200-Stunden-YTT-Programms konzipiert.
Termine:
Präsenztage: 11. – 19. Dezember 2027 & 22. – 23. Januar 2028
Fernstudium: 15. – 16. Januar 2028
Unterrichtssprache:
Dieses Modul wird von Erika unterrichtet, einer englischen Muttersprachlerin mit Deutschkenntnissen auf C1-Niveau. Die Einheiten werden auf Englisch abgehalten, auf Wunsch ist eine deutsche Übersetzung verfügbar. Das dazugehörige Handbuch ist in englischer Sprache verfasst.
Wurzeln und Aufarbeitung: Geschichte, Ethik und Dekolonialisierung des Yoga
Dieses Modul zeichnet die Entwicklung des Yoga von den vedischen Sehern bis hin zum modernen Yogastudio nach – und geht dabei auf Fragen ein, die in vielen Ausbildungen außer Acht gelassen werden.
In den 50 Stunden erkundest du:
Die Veden und die Rishis – dort, wo „Yoga“ seinen Ursprung hat, lange bevor es so etwas wie eine Yoga-Klasse bedeutete
Die Upanishaden – der Wandel vom Ritual zur inneren Suche und die Wurzeln der Advaita-Philosophie
Patanjalis Yoga-Sutras – die acht Glieder und ein echter, bedächtiger Blick auf die Yamas und Niyamas als lebendige Ethik
Die Bhagavad-Gita – Karma-Yoga, Dharma und Ethik im Handeln statt im Rückzug
Tantra & Hatha-Yoga – die mittelalterlichen körperorientierten Praktiken, aus denen sich der Großteil des modernen Yoga tatsächlich ableitet
Kolonialismus und Wiederbelebung – wie Yoga unter kolonialer Herrschaft unterdrückt und später wiederbelebt wurde
Krishnamacharya und das moderne Haltungsyoga – die Mysore-Synthese, die fast jeder heute unterrichteten Klasse zugrunde liegt, und die unterschiedlichen Traditionen seiner Schülerinnen und Schüler
Globalisierung und Kommerzialisierung – wie Yoga zu einer globalen Industrie wurde und was uns das kostet
Moderne Unterrichtsethik – Einwilligung, Körperkontakt, Macht, Zugang und Verantwortung der Lehrkraft
Die Dekolonialisierung des Yoga – Aneignung vs. Wertschätzung vs. Dekolonialisierung, und wie ehrlicher, verantwortungsbewusster Unterricht in der Praxis aussieht
Integration – alles in deiner eigenen Unterrichtsphilosophie vereinen
Am Ende wirst du in der Lage sein, mit einem echten Verständnis dafür zu unterrichten, woher diese Praxis stammt – mit all ihrer Weisheit und ihren Brüchen – und mit einer konkreten, persönlichen Ethik, die in dieser Geschichte verwurzelt ist.
Beispiel-Zeitplan
(Kann je nach den Bedürfnissen der Gruppe angepasst werden)
Samstag
Session •11:00-12:30
Pause •12:30-13:30
Vortrag •13:30-16:30
Pause •16:30-17:00
Gruppen- | Partnerarbeit | Selbststudium •17:00-18:00
Sonntag
Vortrag •9:00-12:30
Snack •12:30-13:00
Gruppen- | Partnerarbeit | Selbststudium •13:00-15:00
- Am Ende wirst du über fundierte historische Kenntnisse verfügen – keine mythologisierte Geschichte von „5.000 Jahren alter Weisheit“, sondern eine ehrliche Darstellung der Brüche, Wiederbelebungen und Neuerfindungen des Yoga, einschließlich deines eigenen Platzes in dieser Tradition.
- Du wirst aufgefordert, dich mit Unbehagen auseinanderzusetzen, nicht nur mit Informationen – Dekolonialisierung und Aneignung sind selbst innerhalb von Yoga-Gemeinschaften umstrittene Themen, und dieses Modul schafft Raum für echte Meinungsverschiedenheiten statt für einen harmonischen Konsens.
- Am Ende erhältst du etwas, das du direkt anwenden kannst – eine persönliche Unterrichtsphilosophie und konkrete Änderungen an deiner eigenen Sprache, deinen Anweisungen und deiner Praxis im Studio, nicht nur Theorie, die auf dem Papier bleibt.
Dieser 50-stündige Kurs (36 Präsenzstunden und 14 Fernunterrichtsstunden) hier im Manas Yoga Studio ist als Fortbildung bei der Yoga Alliance registriert und kann auf deine Fortbildungsstunden angerechnet werden.
Kosten
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Für Frühbucher: € 950 (bis 01. Oktober 2027)
Regulärer Preis: € 1,050
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Um deinen Platz zu sichern, ist eine nicht erstattungsfähige Anzahlung in Höhe von 350 € erforderlich.
Die YTT muss 45 Tage vor Beginn vollständig bezahlt werden. Informationen zu Stornierungen und Rückerstattungen findest du in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Mitglieder erhalten 10 % Rabatt auf diese Yogalehrerausbildung. Ein Ratenzahlungsplan ist möglich.
Pflichtlektüre und Literaturempfehlungen
Hauptteil (vollständig oder als wesentlicher Auszug wiedergeben):
Patanjali, Yoga-Sutras (beliebige kommentierte Übersetzung, z. B. von Edwin Bryant)
Bhagavad-Gita, Kapitel 2–3 (Karma-Yoga)
Auszüge aus der Hatha Yoga Pradipika
Mark Singleton, Yoga Body: The Origins of Modern Posture Practice
Andrea Jain, Selling Yoga: From Counterculture to Pop Culture
The Trauma of Caste: A Dalit Feminist Meditation on Survivorship, Healing, and Abolition, Thenmozhi Soundararajan
Decolonizing Yoga: From Critical to Cosmic Consciousness — Punam Mehta, Ph.D.
Empfohlene weiterführende Literatur:
Shreena Gandhi & Lillie Wolff, „Yoga and the Roots of Cultural Appropriation“ (essay)
David Gordon White, The Yoga Sutra of Patanjali: A Biography
Elizabeth De Michelis, A History of Modern Yoga
Christopher Key Chapple, writings on yoga ethics and ecology
Empfohlene Kernliste mit fünf Büchern (Geschichte, Entkolonialisierung, Kasten-Trauma, Veden und Yoga-Sutra):
The Rig Veda: An Anthology, trans. Wendy Doniger — (Vedas) die früheste Textlage, mit der dieses Modul beginnt
The Yoga Sutras of Patanjali: A New Edition, Translation, and Commentary, Edwin Bryant — (Yoga Sutra) enthält klassische Kommentare, die für das vertiefte Studium der Yamas und Niyamas in Einheit 3 von entscheidender Bedeutung sind
Yoga Body: The Origins of Modern Posture Practice, Mark Singleton — (Geschichte) die wissenschaftliche Darstellung der Synthese aus der Zeit Krishnamacharyas
Embrace Yoga’s Roots: Restoring the Practice to Its Origins, Susanna Barkataki — (Dekolonialisierung) praxisorientierte, konkrete Schritte zur Dekolonialisierung der eigenen Lehre
Edward Said, Orientalism (Auszüge, für die Unterrichtseinheit zum Thema Kolonialismus)
Rina Alluris Arbeit zu dekolonialisiertem/verkörpertem Frieden und Yogapädagogik
Lerne deine Ausbildnerin kennen
Erika Smith Iluszko Studio Besitzerin | Meridian Yoga Praktikerin
Meine Liebe zur Bewegung und zur Spiritualität war schon in jungen Jahren offensichtlich. Ausgebildet in Tanz, Kung Fu und mehreren Yogatraditionen, sehe ich Bewegung als eine universelle Sprache, die Körper, Geist und Seele miteinander verbindet. Nachdem ich mich etwa zwei Jahrzehnte lang den acht Gliedern des Yoga gewidmet hatte, entschied ich mich, die 200-Stunden-Yogalehrer-Ausbildung in Madras, Indien, zu absolvieren. Seitdem habe ich zahlreiche Ausbildungen und Workshops besucht, die einen großen Einfluss auf meine Art zu unterrichten hatten.
Mein einzigartiger Ansatz verbindet die klassische Yogaphilosophie mit der Traditionellen Chinesischen Medizin, moderner Faszienforschung und integrativer Heilkunst. Mein Unterricht geht über den konventionellen Unterricht hinaus und schafft Räume, in denen die Schüler*innen ihre eigene Weisheit durch körperliche Erkundung entdecken.
Ich sehe nichts Äußerliches in meiner Yogapraxis, da ich finde, dass alles im Leben tief miteinander verbunden ist und dass letztlich kein/e Lehrer*in größer ist als der, der im Inneren ist.
